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Einstellung

Wirtschaftsweise warnt vor pauschaler Kritik an der jungen Generation: »Die Jungen an den Pranger zu stellen, hilft nicht«

In der aktuellen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatte hat Monika Schnitzer, Mitglied des Rates der Wirtschaftsweisen, deutlich davor gewarnt, junge Menschen pauschal für wirtschaftliche Herausforderungen verantwortlich zu machen oder ihnen eine als unzureichend wahrgenommene Leistung in die Schuhe zu schieben. Zugleich betonte der Experte, dass generelle Verurteilungen nach Altersgruppen nicht zielführend seien und eher gesellschaftliche Spaltung und Ressentiments schürten.

Im Kern der Kritik steht eine Reaktion auf Aussagen und Diskussionen darüber, wie junge Menschen in Deutschland – etwa im Hinblick auf Fachkräftemangel, Arbeitsmoral oder Leistungsbereitschaft – dargestellt werden. Mehrere politische und mediale Positionen hatten jüngst implizit oder explizit jüngere Generationen kritisiert, wenn es um Themen wie Produktivität, Engagement oder gesellschaftliche Verantwortung ging. Die Wirtschaftsweise stellte dem entgegen, dass pauschale Vereinfachungen historische, strukturelle und ökonomische Ursachen ausblenden und damit weder politisch noch wirtschaftlich weiterhelfen.

Stattdessen verwies die Expertin auf komplexe Rahmenbedingungen: Dazu zählen der demografische Wandel, veränderte Arbeitsmarktanforderungen, Digitalisierungseinflüsse und die Notwendigkeit lebensbegleitender Qualifizierung. Junge Menschen müssten sich in einem Arbeitsmarkt bewegen, der hohen Anspruch mit großer Unsicherheit verbindet – von atypischen Beschäftigungsverhältnissen über qualitative Anforderungen bis hin zu globaler Konkurrenz.

Die Aussagen Schnitzers zielen darauf ab, eine gesamtwirtschaftliche Perspektive zu fördern, anstatt Einzelgruppen – hier: die junge Generation – zum Sündenbock für breitere ökonomische Probleme zu erklären. In vielen Bereichen sei es letztlich ein gemeinsamer Anpassungs- und Lernprozess, der von politischen Rahmenbedingungen, Unternehmensstrategien und gesellschaftlicher Veränderung getragen werde.

Wirtschaftsverbände und NGOs nahmen die Mahnung überwiegend positiv auf und plädierten ebenfalls für eine differenzierte Diskussion über Ursachen und Lösungen, statt in Schuldfragen zu verfallen. Kritik an oberflächlichen Schuldzuweisungen richte den Fokus auf die Notwendigkeit tragfähiger politischer Maßnahmen, etwa in den Bereichen Bildung, Qualifizierung, Familien- und Arbeitsmarktpolitik.

Politisch zeigt die Reaktion desrWirtschaftsweisen auch, wie sensibel gesellschaftliche Debatten darüber sind, welche Gruppen Verantwortung tragen sollen – und wie schwierig es ist, diese fair und faktenbasiert zu führen, ohne dadurch soziale Spannungen oder generationsbezogene Ressentiments zu verstärken.

Insgesamt unterstreicht diese Stellungnahme, dass differenzierte Analysen und konstruktive Lösungsansätze gefragt sind, und dass pauschale Kritik an sozialen Gruppen – hier jüngeren Menschen – keinerlei Beitrag zu einer wirklichen Problemlösung leisten wird.

SK

Beitragsbild: Depositphotos / Rawpixel

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