Sobald eine Nationalmannschaft ausscheidet, kennt das Land nur noch ein Thema: »Wer ist schuld?« Der Trainer, der Stürmer, der Schiedsrichter, die Taktik. Hauptsache, ein Name steht am Pranger, bevor der Rasen abgeräumt ist.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann arbeiten Sie vermutlich in einem Unternehmen. Denn dort läuft nach jeder Niederlage dasselbe Programm ab. Ein Projekt scheitert, ein Großkunde springt ab, die Umsätze gehen zurück. Noch bevor irgend-jemand die Ursachen verstanden hat, beginnt die Jagd nach dem Schuldigen.
Ich halte das für einen der teuersten Führungsfehler unserer Zeit. Und ich sage das bewusst provokant: Die Schuldfrage ist so beliebt, weil sie entlastet. Wer einen Schuldigen hat, muss den eigenen Anteil nicht ansehen. Genau deshalb ist sie so teuer. Sie beruhigt die Beteiligten und lähmt das Unternehmen. Über die Zukunft entscheidet nicht der Schuldige, sondern der Mut, der Realität ins Auge zu sehen.
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