Clemens, Ronja, ihr habt euer Business aus dem Camper heraus aufgebaut. Was bedeutet das für euren Alltag? Ist es wirklich die perfekte Mischung aus Arbeit und Freizeit oder wird da einiges romantisiert?
Wir haben im April 2020 angefangen – mitten im ersten harten Corona Lockdown in Spanien, in einem selbst ausgebauten Camper. Heute arbeiten wir wieder von festen Standorten aus, zum Beispiel in Italien, Spanien, Tschechien, Wien und ab und zu auch in Deutschland. Aber diese Anfangszeit hat uns extrem geprägt.
Der Camper hat uns am Anfang vor allem eins gegeben: Fokus.
Wir standen an einem verlassenen Strandabschnitt in Spanien. Leer war er übrigens nur wegen Corona – normalerweise wäre da alles voll gewesen. Wir hatten nicht viel mehr als uns beide, unsere Hündin, die Natur und unser Business.
Unsere Routine war simpel:
Morgens aufstehen, kilometerlang am Strand laufen und dabei Kunden und Partner betreuen. Abends lagen wir nebeneinander im Van und haben auf unseren Handys Strategien entwickelt, Kontakte aufgebaut und weitergearbeitet.
Und ganz ehrlich: Diese Vanlife-Romantik, die man auf Social Media sieht, hat wenig mit der Realität eines Geschäftsaufbaus zu tun. Für uns war das am Anfang harter Verzicht. Kein Laptop, kein Startkapital, kein fester Wohnsitz. Teilweise sind wir am Strand auf und ab gelaufen, nur um überhaupt Internet für Beratungen zu bekommen.
Wir würden also lügen, wenn wir sagen würden, es war die perfekte Mischung aus Arbeit und Freizeit. Es gab schöne Momente, klar. Aber vor allem war es eine Phase von absolutem Fokus.
Dadurch, dass wir auf engstem Raum zusammengelebt und gearbeitet haben, gab es keine klare Trennung. Und weil immer einer von uns gearbeitet hat, gab es auch kaum echte Pausen. Unser Motto war damals:
»Tiere haben kein Wochenende – wir auch nicht.“«
Diese Zeit hat uns gezeigt: Mit einem starken »Warum« und minimaler Infrastruktur kannst du unglaublich viel erreichen – wenn du bereit bist, wirklich dafür loszugehen.
Was unterscheidet den Direktvertrieb von einem klassischen Job? Was sind für euch die größten Vorteile – und welche Herausforderungen sollte man kennen?
Der größte Unterschied ist für uns ganz klar die Selbstbestimmung.
In einem klassischen Job sind Zeit, Arbeitsweise und Einkommen meist vorgegeben. Im Direktvertrieb ist dein Ergebnis direkt an dein eigenes Handeln gekoppelt. Du setzt deine Ideen um und spürst sofort, ob sie funktionieren. Dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit ist unglaublich.
Was wir besonders schätzen: Wir arbeiten im Team. Das heißt, wir müssen nicht alles alleine können, sondern können uns gegenseitig ergänzen – je nach Stärken und Interessen.
Aber man muss auch ehrlich sein: Du brauchst Disziplin, Eigenverantwortung und die Bereitschaft, dich weiterzuentwickeln. Wenn jemand Sicherheit und klare Strukturen braucht, ist ein Angestelltenverhältnis wahrscheinlich die bessere Wahl. Direktvertrieb ist nicht für jeden.
Für uns persönlich überwiegen die Vorteile ganz klar:
Wir konnten unser Business dort aufbauen, wo andere Urlaub machen.
Durch den Aufbau eines großen Netzwerks – von Tierärzten bis zu Hundetrainern – vervielfacht sich die eigene Wirkung.
Wir verkaufen nicht einfach irgendetwas. Wir verbessern die Lebensqualität von Tieren.
Die größte Herausforderung:
Ohne Chef gibt es niemanden, der dich antreibt. Du musst lernen, dich selbst zu führen. Die größten Grenzen existieren meistens nur im eigenen Kopf.
Was waren eure größten Herausforderungen – und wie habt ihr sie gemeistert?
Die Kombination aus globalem Lockdown und Ronjas persönlicher Situation war definitiv die größte Prüfung.
Ronja ist nierentransplantiert und hat schon vor unserer Camper Zeit gesundheitlich viel durchgemacht. Genau das hat uns aber auch den Antrieb gegeben, ein Business aufzubauen, das wirklich krisenfest ist.
Am Anfang hat uns vor allem technische Unterstützung gefehlt. Wir haben Beratungen vom Strand aus gemacht, ohne Laptop, nur mit dem Handy.
Was uns da rausgeholt hat: Wir haben Prozesse radikal vereinfacht und angefangen, Dinge zu automatisieren.
Unsere wichtigste Erkenntnis war: Du brauchst keine perfekten Bedingungen, um zu starten. Du brauchst eine klare Vision.
Heute geben wir genau diese Erfahrung an unser Team weiter, damit andere nicht die gleichen Umwege gehen müssen wie wir.
Viele wollen starten, wissen aber nicht, wie. Was sind eure drei wichtigsten ersten Schritte?
Wenn du heute bei null startest, würden wir dir Folgendes mitgeben:
1. Finde dein »Warum«
Was treibt dich wirklich an? Bei uns war es die Gesundheit unserer Hündin Mali, der Wunsch nach Freiheit und die Entscheidung, nicht jeden Tag das Gleiche machen zu wollen. Ohne ein starkes Warum gibst du beim ersten Gegenwind auf.
2. Wähle das richtige Produkt
Setze auf ein Produkt, das täglich gebraucht wird! Tiere müssen jeden Tag essen. Wenn die Qualität stimmt, entstehen zufriedene Stammkunden – und damit ein stabiles Fundament.
3. Wähle das richtige Team
Das Team ist dein größter Beschleuniger. Such dir Menschen, die den Weg schon gegangen sind und dich wirklich unterstützen. Bei uns bekommt jeder die gleichen Chancen und wer richtig Gas gibt, wird besonders intensiv gefördert.
Wenn ihr nochmal von vorne anfangen würdet – was würdet ihr anders machen?
Und was ist eure Vision für die Zukunft?
Wir würden deutlich früher in eine professionelle digitale Infrastruktur investieren. Die Zeit ohne Laptop war eine gute Schule für unsere Resilienz, aber technisch einfach unnötig kompliziert.
Für die Zukunft ist für uns klar: Das ist erst der Anfang.
Unsere Vision ist es, noch viel mehr Menschen dabei zu helfen, Tierliebe und
Unternehmertum zu verbinden. Wir wollen eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten aufbauen – Menschen, die nicht nur finanziell wachsen, sondern auch persönlich.
Für uns bedeutet Erfolg nicht Statussymbole, sondern ein selbstbestimmtes Leben, ein starkes Team und gesunde Tiere.
(L)
Unsere Gesprächspartner:
Clemens Eigler und Ronja Lebeda sind im Jahr 2020 ins Network Marketing bei Reico eingestiegen und setzen sich seither für eine Hunde-Ernährung mit Naturfutter ein.
Als Partner erlangten sie innerhalb kürzester Zeit Gold-Status.