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Closing: Digitale Ideen liefern echte Chancen

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Closing: Digitale Ideen liefern echte Chancen

POV: Der Kunde möchte online eine Dienstleistung oder ein Coaching buchen, die Kosten von mehreren Tausend Euro sind es ihm Wert. Und dennoch. Der letzte Impuls zum Kauf fehlt noch. Er sitzt vor dem Screen und kreist mit der Maus um den »Jetzt buchen«-Button. Aber irgendetwas fehlt. Hier kommen Closer ins Spiel, die den Kunden auf der letzten Etappe des Kaufprozesses begleiten. Denn der Kunde möchte sicher sein, dass sein Geld gut angelegt ist. Deshalb klickt er auf den Button »Jetzt Beratungstermin vereinbaren«. Er wird dann von einem Closer angerufen, der ihn berät, den Prozess also abschließt. Philipp Emons und Ruwen Bädorf haben erfolgreich geclost und hierfür jetzt ihr eigenes Unternehmen gegründet, um ihr Wissen weiterzugeben.

Die pandemiebedingte Forcierung des Onlinehandels generell macht diesen Sektor interessant. »Bevor wir Closer ausgebildet haben, haben wir Vertrieb für unser erstes gemeinsames Unternehmen gemacht. Dieser Vertrieb ist ein offline-Geschäft, das wegen der Coronapandemie für drei Monate auf null fiel. Da mussten Ruwen und ich uns etwas einfallen lassen«, erklärt Philipp Emons die Idee für die Gründung. Ruwen Bädorf habe im Jahr 2019 sehr erfolgreich als Closer gearbeitet. Allein im Jahr 2019 habe er für seinen damaligen Partner einen siebenstelligen Betrag erwirtschaftet. »Ich habe im Jahr 2018 als Closer für Bodo Schäfer, einem der bekanntesten Speaker zum Thema Finanzen und Erfolg, erfolgreich geclost. Da unsere Kernkompetenz eindeutig der Verkauf ist und wir beide erfolgreich im Closing gearbeitet haben, war die Entscheidung leicht, womit wir unser neues Geschäft aufbauen«, so Bädorf. Für beide sei Closing der perfekte Sektor, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, abgesehen von der Ausbildung habe man keine Kosten und somit ein geringes Risiko.

Das richtige Mindset für den Prozess

Closing habe laut der beiden Gründer nichts mit aggressiver Verkaufsstrategie zu tun. »Vorbehalte und negative Volksglaubenssätze kursieren sicherlich auch in unserer Nische. Das ist normal und daher nichts, womit wir kämpfen müssen. Es wird von uns aber sehr wohl berücksichtigt. Vor allem möchten wir unsere Teilnehmer darauf so gut es geht vorbereiten«, sagt Philipp Emons. Oftmals hätten die Teilnehmer selbst auch negative Glaubenssätze oder Vorbehalte, die in im Rahmen der Ausbildung aufgelöst würden.

Die meisten angehenden Closer würden sich für diesen Bereich entscheiden, weil sie sich mehr Anerkennung, Freiheit, Autonomie oder Selbstverwirklichung wünschen. »In den meisten Fällen können wir ihnen helfen, das auch zu schaffen und sich selbst besser zu verstehen. Wer sich selbst besser verstehen kann, kann unserer Meinung nach auch besser lernen, andere zu verstehen«, sagt Ruwen Bädorf. Verkauf oder Beratung sei eine Fähigkeit, mit der man lernen müsse, Bedürfnisse, Wünsche, Ängste und Sorgen von Menschen besser zu verstehen, um ihnen dann dabei zu helfen, eine gute Entscheidung zu treffen. Um dies bei anderen Menschen herausfinden zu können, müsse man jedoch einen offenen, aber auch vor allem unvoreingenommenen Geist haben. Sei ein Berater getrieben von eigennützigen Gründen, werde er nicht im Interesse des Kunden beraten. Deswegen sei den beiden Gründern das persönliche Wachstum der Coachees besonders wichtig.

Geld wird vermehrt online verdient

Mit der fortschreitenden Digitalisierung entstehen immer mehr Ideen, auch digital Geld zu verdienen. In der Coaching-Branche beispielsweise boomen gerade die Online-Seminare, das ist positiv für Closer und ein profitabler Bereich. »Die Zukunftsprognose sehen wir äußerst günstig. Closer werden grundlegend im hochpreisigen Premium-Produktbereich eingesetzt. Das bringt im Allgemeinen mit sich, dass Interessenten vorher mit einer Person über das Produkt sprechen möchten. Es ist unwahrscheinlich, dass der Bedarf an Closern durch etwas ersetzt wird«, sagt Philipp Emons. Durch die unaufhaltsam fortschreitende Digitalisierung erschlössen sich immer mehr Einsatzbereiche für Closer. Ganze Branchen wie die Bildungsbranche strukturierten sich digital, aber auch viele andere Unternehmen hätten seit der Pandemie Vorzüge des Homeoffice entdeckt – sehr günstige Voraussetzungen für Closer. »Closing eignet sich aber nur für Prozesse, die auf ein Beratungsgespräch ausgelegt sind, also bei denen sich der Interessent ein Angebot auf einer Website anschaut und einen Anruf anfordert«, betont Emons.

Die Bildungsbranche im Fokus

Die beiden Gründer wollen ihr Angebot aufgrund ihrer positiven Prognose weiter ausbauen und die Zahl der Closer aufstocken. Deshalb planen sie, mit der Bundesagentur für Arbeit zusammenzuarbeiten. Corona habe den Arbeitsmarkt durcheinandergewirbelt, das biete gute Ansatzpunkte. »Wir wollen dabei helfen, dass sich Arbeitssuchende ins Berufsleben neu eingliedern oder umschulen, weil dies seit einer Gesetzesänderung in der Bildungsbranche nun auch rein online möglich ist. Hier schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe«, sagt Philipp Emons, »denn wir helfen mit unserem Projekt der deutschen Wirtschaft, indem wir sie mit Arbeitssuchenden oder Menschen, die umschulen möchten, zusammenbringen. Und wir schaffen neue Arbeitsplätze für Closer, da wir expandieren und selbst auch Closer beschäftigen.« Der Vertrieb von Bildungsträger-Angeboten sei zugleich auch eine Dienstleistung, die Bädorf und Emons für externe Bildungsträger anbieten und wofür sie ihr Unternehmen TÜV-zertifizieren lassen wollen. Das erste Projekt sei vor kurzem gestartet und liege in den ersten Zügen.

MK

Bild: Moritz Weiß

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