Seit Bestehen der Bundesrepublik liegt die Inflation dieser Tage – und auch schon im vergangenen Jahr – auf einem absoluten Höchststand. 8,7 Prozent Inflation, fast 40 Prozent höhere Lebenshaltungskosten; da fragen sich viele Arbeitnehmer zu Recht, wie es noch weitergehen soll. Lohnerhöhungen sind vielerorts die Forderung. Und auch Arbeitgeber stellen sich zunehmend die Frage, ob sie ihre Mitarbeiter nun höher entlohnen sollen. Darauf gibt es eigentlich nur eine Antwort: Ja! Auf jeden Fall.
Gerade in Krisenzeiten gilt es, die Fachkräfte und Talente zu binden. Angestellte brauchen aktuell mehr Geld, um ihren Lebensstandard zu halten – dem müssen Unternehmen Rechnung tragen. Wenn Arbeitnehmer schon um höhere Löhne oder Inflationsausgleich bitten müssen, dann läuft etwas falsch. Unternehmer tragen die Verantwortung und sollten von sich aus eine höhere Entlohnung anstreben. Sonst riskiert Deutschland die Abwanderung von wichtigen Talenten und damit das wirtschaftliche Fortkommen. Kritiker warnen in diesem Zuge vor der Lohnpreisspirale – auf der einen Seite ist das prinzipiell richtig: Wenn Lohn und Preise immer wieder wachsen, wird es auf Dauer schwierig. Auf der anderen Seite sanken die Reallöhne nun das dritte Jahr in Folge, Einmalzahlungen helfen da nur kurzfristig.