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Ihr Gehirn führt – ob Sie wollen oder nicht

Ein Gastbeitrag von Martina Muttke

4 Min.

08.05.2026

Bereits beim Lesen dieser Zeilen verändert sich Ihr Gehirn. Buchstäblich. Neuronale Verbindungen werden gestärkt, andere geschwächt, Botenstoffe ausgeschüttet. Das ist die Biologie unseres Körpers. Und genau diese Biologie entscheidet täglich darüber, ob Ihr Team motiviert zur Arbeit erscheint oder innerlich längst gekündigt hat. Die meisten Führungsprobleme werden als Kommunikationsprobleme behandelt. Dabei sind es in wirklichkeit Gehirnprobleme. Nicht im pathologischen Sinne – sondern weil wir schlicht nicht verstehen, was in den Köpfen unserer Mitarbeitenden vorgeht. Und in unseren eigenen.  Sie haben nicht ein Gehirn, sondern drei Unser Herz besitzt ein eigenes Nervensystem mit rund 40.000 Neuronen. Es verarbeitet Informationen, speichert Erfahrungen und sendet pausenlos Signale Richtung Kopf. Unser »Herzgehirn« reagiert auf Emotionen schneller, als unser Verstand bemerkt, dass etwas passiert. Und dann ist da der Darm – Heimat von Milliarden von Mikroorganismen, deren Einfluss auf unser Verhalten wir gerade erst begreifen. Darmbakterien docken direkt an Nervenenden an und senden Signale über den Vagusnerv ins Gehirn. Sie beeinflussen, wie wir Stress verarbeiten, wie wir fühlen, wie wir reagieren. Serotonin, der Botenstoff für emotionale Stabilität und soziale Zugehörigkeit, wird zu rund 90 Prozent im Darm produziert, nicht im Kopf. Drei Gehirne, die permanent miteinander kommunizieren. Wer Führung auf rationale Entscheidungsfindung reduziert, lässt zwei davon links liegen!  Was das für Teams bedeutet Vier Botenstoffe orchestrieren täglich Motivation, Vertrauen und Leistung. Dopamin entsteht bei bedeutsamen Zielen und Fortschritt, ist Treibstoff für Mut und Ausdauer. Serotonin sorgt für Wohlbefinden und Zugehörigkeit. Oxytocin als Bindungshormon verwandelt Einzelkämpfer in ein Team. Und Kortisol, dauerhaft erhöht, schrumpft jene Hirnareale, die für Kreativität, Empathie und Entscheidungsfindung zuständig sind. Als Führungskraft steuern Sie diese Chemie. Mit jedem Feedback, das Sie geben oder nicht geben. Mit jeder Entscheidung, die Sie transparent kommunizieren oder im Nebel lassen. Emotionale Ansteckung ist hier ein spannendes, neurologisches Phänomen: unser emotionales Gehirn übernimmt Stimmungen aus der Umgebung, bevor wir bewusst registrieren, dass sich etwas verändert hat.

Bereits beim Lesen dieser Zeilen verändert sich Ihr Gehirn. Buchstäblich. Neuronale Verbindungen werden gestärkt, andere geschwächt, Botenstoffe ausgeschüttet. Das ist die Biologie unseres Körpers. Und genau diese Biologie entscheidet täglich darüber, ob Ihr Team motiviert zur Arbeit erscheint oder innerlich längst gekündigt hat. Die meisten Führungsprobleme werden als Kommunikationsprobleme behandelt. Dabei sind es in wirklichkeit Gehirnprobleme. Nicht im pathologischen Sinne – sondern weil wir schlicht nicht verstehen, was in den Köpfen unserer Mitarbeitenden vorgeht. Und in unseren eigenen.  

Sie haben nicht ein Gehirn, sondern drei 

Unser Herz besitzt ein eigenes Nervensystem mit rund 40.000 Neuronen. Es verarbeitet Informationen, speichert Erfahrungen und sendet pausenlos Signale Richtung Kopf. Unser »Herzgehirn« reagiert auf Emotionen schneller, als unser Verstand bemerkt, dass etwas passiert. Und dann ist da der Darm – Heimat von Milliarden von Mikroorganismen, deren Einfluss auf unser Verhalten wir gerade erst begreifen. Darmbakterien docken direkt an Nervenenden an und senden Signale über den Vagusnerv ins Gehirn. Sie beeinflussen, wie wir Stress verarbeiten, wie wir fühlen, wie wir reagieren. Serotonin, der Botenstoff für emotionale Stabilität und soziale Zugehörigkeit, wird zu rund 90 Prozent im Darm produziert, nicht im Kopf. Drei Gehirne, die permanent miteinander kommunizieren. Wer Führung auf rationale Entscheidungsfindung reduziert, lässt zwei davon links liegen!  

Was das für Teams bedeutet 

Vier Botenstoffe orchestrieren täglich Motivation, Vertrauen und Leistung. Dopamin entsteht bei bedeutsamen Zielen und Fortschritt, ist Treibstoff für Mut und Ausdauer. Serotonin sorgt für Wohlbefinden und Zugehörigkeit. Oxytocin als Bindungshormon verwandelt Einzelkämpfer in ein Team. Und Kortisol, dauerhaft erhöht, schrumpft jene Hirnareale, die für Kreativität, Empathie und Entscheidungsfindung zuständig sind. Als Führungskraft steuern Sie diese Chemie. Mit jedem Feedback, das Sie geben oder nicht geben. Mit jeder Entscheidung, die Sie transparent kommunizieren oder im Nebel lassen. Emotionale Ansteckung ist hier ein spannendes, neurologisches Phänomen: unser emotionales Gehirn übernimmt Stimmungen aus der Umgebung, bevor wir bewusst registrieren, dass sich etwas verändert hat.

Beitragsbild: Depositphotos / denisismagliov

Den Gastbeitrag »Ihr Gehirn führt – ob Sie wollen oder nicht« und weitere spannende Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des founders Magazins Nr. 89 -> LINK

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