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Warum KI Mitarbeiter nicht ersetzt – sondern schlechte Führung sichtbar macht

Ein Gastbeitrag von Martin Limbeck

3 Min.

Depositphotos / BiancoBlue, Oliver Wagner

Künstliche Intelligenz ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen in der Wirtschaft. Kaum eine Strategie-Runde, kaum eine Konferenz kommt noch ohne die Frage aus, wie sich Arbeit durch KI verändern wird. Und trotzdem habe ich das Gefühl: Die meisten reden darüber, ohne wirklich verstanden zu haben, was hier gerade passiert. Denn die eigentliche Veränderung besteht nicht darin, dass KI jetzt Texte und E-Mails schreibt, Daten analysiert oder Präsentationen erstellt. Der entscheidende Aspekt ist viel unbequemer: KI macht sichtbar, wo in Unternehmen über Jahre hinweg keine echte Wertschöpfung stattgefunden hat.  

KI deckt auf, was viele nicht sehen wollen 

Was ich als Sparringspartner von Unternehmern regelmäßig erlebe: In vielen Companys ist es immer noch an der Tagesordnung, Arbeit über Aktivität zu definieren. Wer viele Termine hat und von einem Meeting ins nächste hetzt, ist wichtig. Wer in jede Menge Abstimmungen und Freigabeprozesse involviert ist, ist relevant – oder sogar unersetzlich. Wer Dokumente erstellt und Prozesse begleitet, ist ausgelastet. Und so weiter. Der Haken an der Sache: Auslastung allein ist kein Beweis für Wirkung. KI schlägt hier voll rein: Texte entstehen in Sekunden, egal für welchen Zweck. Analysen liegen nach kürzester Zeit vor. Konzepte werden strukturiert, Ideen vorformuliert, Prozesse vorbereitet. Ich finde das großartig. Warum viele Unternehmer das nicht so sehen und stattdessen lieber versuchen, mit Hilfe der IT-Abteilung den Zugriff auf ChatGPT und Co. zu unterbinden? Weil durch KI eine unbequeme Wahrheit sichtbar wird: Ein erheblicher Teil dessen, was früher als Arbeit galt, war vor allem eines – Beschäftigung. Und was bleibt übrig, wenn wir alles der KI geben, was uns nur Zeit kostet?  

Die Illusion von Produktivität ist vorbei 

In vielen Unternehmen wurde über Jahre hinweg ein System aufgebaut, das Aktivität belohnt, nicht Ergebnisorientierung. Meetings wurden vervielfacht, Abstimmungsschleifen verlängert und Entscheidungswege komplexer gestaltet. Das Ergebnis war häufig eine hohe interne Auslastung, jedoch keine proportionale Wertschöpfung. Wir kennen es alle: überfrachtete Kalender, langsame Entscheidungen und erstaunlich wenig Wirkung nach außen. KI macht sich gerade daran, diese Strukturen zum Einsturz zu bringen. Und das ist gut so! Sie beschleunigt nicht nur Prozesse, sondern legt offen, wo diese Prozesse überflüssig oder ineffizient sind. Damit verschiebt sich der Fokus zwangsläufig: Weg von der Frage, wie beschäftigt Menschen sind, hin zur Frage, welchen konkreten Beitrag sie leisten. Was schafft wirklich Werte – und was ist nur Beschäftigung?  

Der Beitrag »Warum KI Mitarbeiter nicht ersetzt – sondern schlechte Führung sichtbar macht« und weitere spannende Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des founders Magazins Nr. 90 -> LINK

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