Es war zugegebenermaßen etwas stiller geworden um Christian Lindner. Nach dem Kommunikationsdesaster rund um die Regierungskrise in Thüringen beherrschte die Corona-Krise das Tagesgeschehen und die Öffentlichkeit. Regierung und Opposition übten sich in Einigkeit. Damit ist jetzt Schluss. Und die härtesten Attacken führte am Donnerstag der FDP-Chef selbst. Mit seinem Redebeitrag im Bundestag beendete er die „große Einmütigkeit in der Frage des Krisenmanagements“ und lieferte einen weiteren Beweis, dass er seine große Redekunst an neue Verhältnisse adaptieren kann.
Inzwischen habe sich der Umgang im Plenum gewandelt: „Polemik wird auch vom Publikum nicht mehr im Übermaß geschätzt“, teilte Lindner im Rahmen eines Redner-Checks zum Jahreswechsel dem Tagesspiegel mit. Was daran läge, dass die großen Systemfragen sich nicht mehr zu stellen scheinen. Diese Erkenntnis hinderte ihn nicht, AfD-Co-Fraktionschef Alexander Gauland quasi im Vorbeigehen abzubügeln.
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