Am 31. Dezember ist Schluss, Investoren-Legende Warren Buffett legt sein Amt als Vorsitzender von Berkshire Hathaway nieder. Neuer Chef wird Greg Abel. Investiert hatte Buffett zuletzt wenig. In Deutschland besaß er überhaupt keine Aktien.
»Der DAX bietet zu wenig Wert bei zu hohen Preisen. Für Buffett sind deutsche Unternehmen damit wertlos« sagt David Bader-Egger von der Analyseplattform Stockanalyzer.eu. Zwar gäbe es in Deutschland genügend Qualitätsunternehmen, aber für Buffett müssen noch vier weitere Kriterien erfüllt sein, bevor er kauft:
All diese Kriterien werden derzeit von keiner deutschen Aktie erfüllt. Die einzige Aktie im DAX, die dem nahe kommt, ist Munich Re. Die Münchener Rück hatte er tatsächlich als einzige von 2010 bis 2015 im Portfolio. Aber das Papier sei derzeit rund 20 Prozent zu teuer, sagt Bader-Egger.
Ein Titel, der ebenfalls Buffett-nah wäre, findet sich im MDAX mit CTS Eventim. Das Geschäftsmodell ähnelt einem Torwächter, an dem kein Konzertbesucher vorbeikommt (Burggraben). Selbst der Verriss durch Jan Böhmermann im ZDF 2023 konnte dem Kurs nur kurzzeitig was anhaben. Es folgte ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Aber laut Bader-Egger aktuell bis zu 30 Pfozent überteuert für einen Buffett-Kauf. Zwei Unternehmen, die perfekt in Buffetts Beuteschema passen, sind nicht an der Börse: Bosch und Lidl. »Bosch hat die Ingenieurkunst als tiefen Burggraben, Lidl die Einkaufsmacht und operative Exzellenz« meint Bader-Egger.
Was deutsche Unternehmen grundsätzlich auszeichnet, weiß der Experte auch: »Sie haben echte Qualität und tiefe Burggräben, wohin gegen viele internationale Konkurrenten nur gutes Marketing haben. Aber Investoren wie Buffett kaufen nur Qualität, wenn sie ‚billig’ zu haben ist – mindestens zehn Prozent unter Wert.« Ein Trostpflaster: »Buffett würde aktuell nicht mal seine eigenen Aktien kaufen. Denn die sind aufgrund des Hypes um seine Person ebenfalls überteuert.«
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