Im Zentrum der neuen Strategie steht laut eines Berichts des Magazin »Forbes« die Entwicklung sogenannter Large Geospatial Models (LGMs) – KI-Modelle, die reale Orte dreidimensional rekonstruieren und interpretieren können. Diese Modelle nutzen die riesige Datenbasis aus über 30 Milliarden Kilometern, die Nutzer durch Spiele wie Pokémon Go und Ingress zurückgelegt haben. So entstehen digitale Zwillinge realer Umgebungen, die von Robotern, AR-Brillen oder Logistiksystemen in Echtzeit genutzt werden können.
Die neue Niantic-Plattform kommt bereits in ersten Branchenlösungen zum Einsatz: Der Singapore Tourism Board setzt sie für eine AR-Tour durch den berühmten Flower Dome ein, während Booz Allen Hamilton präzise Mapping-Tools für industrielle Anwendungen testet. Auch Anwendungen in Smart Cities, Instandhaltung, Logistik oder Retail sind denkbar – überall dort, wo Maschinen den Raum erkennen und interpretieren müssen. Die Entscheidung, sich vollständig von der Spieleentwicklung zu trennen, ist Ausdruck eines klaren strategischen Fokus: Statt Ressourcen zwischen Games und Technologie zu teilen, investiert Niantic nun gezielt in KI, Mapping und Enterprise-Lösungen.
MK