Das haben wir uns als Institut auch gefragt. Deswegen haben wir eine breit angelegte Umfrage unter »Arbeitgeber der Zukunft«-Unternehmern gestartet. Das Ergebnis ist tatsächlich erschreckend. Aktuell haben wir in Deutschland laut Statistik 630.000 unbesetzte Stellen. Zur Einordnung: Das entspricht der Einwohnerzahl von Stuttgart. Das Problem wird sich in den kommenden zehn Jahren durch den demografischen Wandel noch weiter verschärfen, denn die Baby-Boomer-Generation geht aus dem Arbeitsmarkt raus und die geburtenschwächeren Jahrgänge kommen jetzt nach. Das wird uns noch massiv beschäftigen.
Das hat zwei Seiten. Zum einen gibt es Unternehmen, die sehen müssen, dass sie ihre Mitarbeitenden halten, und dass deren Anforderungen erfüllt werden. Auf der anderen Seite gibt es auch Spielraum für die Unternehmen, die aktuell Personal suchen. Und die, die wechselbereit sind, sind sozusagen die Unternehmer von morgen. Deshalb ist es wichtig, dass man sich als Unternehmen wirklich sichtbar macht und sich positiv auf dem Arbeitsmarkt darstellt.
Aus unserer Sicht sind vor allem die großen Unternehmen, die eine hohe Markenbekanntheit haben, die Gewinner. Meist sind es die DAX-Unternehmen, die in den Medien im Fokus sind. Verlier sind die KMUs, die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die nicht im Rampenlicht stehen. Und genau diese Lücke schließt unsere »Arbeitgeber der Zukunft«-Auszeichnung, die einerseits die unternehmerische Leistung anerkennt und zum anderen Signalwirkung auf dem Arbeitsmarkt hat. Wir haben die Initiative »Arbeitgebern der Zukunft« unter der Schirmherrschaft der ehemaligen Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries schon vor einigen Jahren gegründet und der Zuspruch gibt uns Recht.
Was häufig in der Kritik steht, ist die mangelnde Vergleichbarkeit der Kriterien. Wir gehen einen anderen Weg, wir haben ein umfassendes Online-Prüfverfahren, das die digitalen Touchpoints des Unternehmens sowie das Social Listening des Unternehmens bewertet. Uns ist es darüber hinaus wichtig, dass das Unternehmen auch eine Selbstauskunft macht und wir so das Mindset der Unternehmer in Bezug auf ihre Zukunftsfähigkeit bewerten können.
Bei einer Auszeichnung, die über sämtliche Unternehmensgrößen und Branchen geht, gibt es nicht das eine Merkmal. Wir nutzen eine Bewertungsmatrix, die verschiedene Aspekte berücksichtigt. Dazu gehört zum Beispiel Personal – werden die Ansprüche der Mitarbeitenden erfüllt? Dazu gehören auch Führungskultur, Fortbildungsangebote, Arbeitszeit und Vergütungsmodelle. Ein wichtiges Thema bei der Zukunftsfähigkeit ist natürlich auch die Digitalisierung. Da geht es darum, wie sich das Unternehmen im Netz darstellt, um die User-Experience und wie Prozesse digitalisiert sind. All diese digitalen Touchpoints bewerten wir.