Dabei verstehen die beiden Unternehmer die Community weder als klassisches Unternehmen, noch als Investmentgesellschaft, Finanzplattform oder Network-Marketing-Unternehmen. Ihr Ziel: Sie wollen eines der weltweit führenden »Community-Making Ecosystems« aufbauen – einen Ort, an dem Menschen Zugang zu Bildung, Beziehungen, Unternehmertum, strategischen Partnerschaften, ausgewählten Finanzinstrumenten, Reisen, Charity-Projekten und persönlicher Entwicklung erhalten. Warum sie überzeugt sind, dass die Zukunft starken Gemeinschaften gehört, verraten sie im Gespräch.
Herr Cikojevic, Herr Zichler, Sie sagen, Community geht vor Produkt. Woher stammt diese Überzeugung?
Stanis Zichler: Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, dann waren die größten Wendepunkte nie Produkte. Es waren Menschen. Ein Mentor. Ein Gespräch. Eine Begegnung. Ein Umfeld. Wir leben heute in einer Zeit, in der Wissen überall verfügbar ist. Jeder kann sich Informationen innerhalb weniger Sekunden beschaffen. Was Menschen jedoch immer seltener finden, ist ein Umfeld, das sie wachsen lässt. Genau deshalb entstand unsere Überzeugung: Die Qualität des Umfelds bestimmt die Qualität der Zukunft. Menschen unterschätzen häufig die Kraft einer starken Gemeinschaft. Allein kann man viel erreichen. Gemeinsam entsteht jedoch etwas völlig anderes. Dann werden Erfahrungen geteilt. Fehler schneller vermieden. Chancen früher erkannt. Und Wachstum beginnt sich zu vervielfachen.
Zeljko Cikojevic: Unsere eigene Geschichte hat uns genau das gelehrt. Wir kommen beide aus dem Unternehmertum und haben über Jahre hinweg unterschiedliche Branchen, Projekte und Geschäftsmodelle kennengelernt. Dabei haben wir eine interessante Beobachtung gemacht: Produkte verändern sich. Märkte verändern sich. Technologien verändern sich. Aber Beziehungen behalten ihren Wert. Deshalb haben wir irgendwann aufgehört zu fragen: »Welches Produkt können wir verkaufen?« Und stattdessen gefragt: »Welches Umfeld müssen wir schaffen, damit Menschen erfolgreicher werden können?« Aus dieser Frage entstand später XFusion.
Viele Stimmen im Netz behaupten, beispielsweise der SpaceX Börsengang wäre eher ein Community-Happening. Und tatsächlich hat Elon Musk sehr viel mehr Anteile für private, kleine Investoren bereitgestellt. Hat die Wirtschaft hier einen Trend verschlafen und zu viel Fokus auf Produkt statt Community gelegt?
Zeljko Cikojevic: Ich glaube, wir erleben gerade einen fundamentalen Wandel. Früher waren Produkte der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Heute wird Vertrauen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Produkte lassen sich kopieren. Technologien lassen sich kopieren. Marketingstrategien lassen sich kopieren. Eine starke Gemeinschaft lässt sich nicht kopieren.
Menschen möchten heute nicht nur konsumieren. Sie möchten dazugehören. Sie möchten mitgestalten. Sie möchten Teil einer Vision sein. Deshalb beobachten wir weltweit, dass Unternehmen mit starken Communities häufig deutlich resilienter wachsen als Unternehmen, die ausschließlich auf Produkte setzen.
Stanis Zichler: Die erfolgreichsten Marken unserer Zeit verkaufen längst keine Produkte mehr. Sie schaffen Identität. Sie schaffen Zugehörigkeit. Sie schaffen Kultur. Genau deshalb sprechen wir bei XFusion von Community Making. Wir verbinden Menschen nicht nur. Wir helfen Menschen dabei, selbst Gemeinschaften aufzubauen. Wir glauben, dass die größten Erfolge selten allein entstehen. Sie entstehen gemeinsam.
Die Coverstory »Kultur ist das Betriebssystem jeder Organisation« und weitere spannende Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des founders Magazins Nr. 91 -> LINK