Bei mir war es nicht der klassische Sprung ins kalte Wasser, sondern eher ein Prozess – und, ehrlich gesagt, auch eine Frage des Timings. Ich habe lange nebenberuflich an eigenen Ideen gearbeitet, mit KI-Tools experimentiert, Content produziert und Netzwerke aufgebaut. Irgendwann kam dann in meiner beruflichen Laufbahn der richtige Moment, diesen Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Und durch die vielen Stunden, die ich bereits vorher investiert hatte – nach Feierabend, am Wochenende, in kleinen Experimenten – war es dann gar nicht mehr so ein riesiger Sprung, sondern fast schon ein logischer Schritt.
Trotzdem war es natürlich sehr aufregend – plötzlich trägt man die komplette Verantwortung. Es kamen viele neue Themen auf mich zu: Unternehmensgründung, Kundengewinnung, Sichtbarkeit. Aber genau das macht es auch spannend. Ich glaube, der Mut kommt oft nicht auf einen Schlag, sondern wächst mit der Erfahrung, mit dem Feedback und mit der Unterstützung aus dem Netzwerk.
Ich hätte gerne früher verstanden, wie wertvoll es ist, schnell ins Machen zu kommen. Ein gutes Beispiel: Für meine Website hatte ich fünf verschiedene Design-Versionen entwickeln lassen – weil ich dachte, es müsse perfekt sein. Rückblickend hätte ich einfach die erste nehmen und online stellen sollen. Ich hätte testen können, was funktioniert, statt mich im Detail zu verlieren. Der perfekte Moment kommt nie – also besser loslegen und unterwegs optimieren.
Ein zweiter Punkt: Netzwerken lohnt sich – aber nicht immer sofort. Viele Gespräche zahlen sich nicht instant aus. Aber wenn man sich ehrlich austauscht und ein gutes Gefühl entsteht, kommt oft irgendwann etwas zurück. Ich habe gelernt, dass es weniger um Transaktionen als um Beziehungen geht. Viele der Plattformen, Menschen und Kontakte, die mir heute helfen oder geholfen haben, habe ich durch genau solche Gespräche kennengelernt – LinkedIn war dabei ein riesiger Hebel.
Neugier, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit – das ist die Basis. Aber ich würde noch zwei Dinge ergänzen: Mut und Fokus.
Die technologische Entwicklung, vor allem im Bereich KI, ist rasant. Manchmal fühlt es sich an, als würde sich die Welt täglich neu erfinden. Wer da Schritt halten will, muss bereit sein, ständig zu lernen und seine eigenen Denkweisen infrage zu stellen.
Social Media – vor allem LinkedIn – hat meine unternehmerische Reise enorm beeinflusst. Ohne LinkedIn wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Ich habe dort Menschen kennengelernt, mit denen ich heute zusammenarbeite, Partner gefunden und meine eigene Sichtbarkeit aufgebaut.
Aber es war nie das Ziel, »erfolgreich auf Social Media« zu sein. Ich habe damit angefangen, weil ich Themen ausprobieren, Gedanken teilen und Feedback bekommen wollte. Dass daraus dann über 120 Workshops und Vorträge, eigene Unternehmen wie snipKI oder auch eine komplette Selbstständigkeit entstanden sind – damit hätte ich nie gerechnet.
Definitiv. Ich lasse mich gerne inspirieren – von anderen Unternehmern, von Kreativen, von Entwicklern, von Menschen, die neue Wege gehen. Ich glaube nicht an das eine große Idol, sondern eher an ein Netzwerk aus Perspektiven. Manche Gespräche oder Posts auf LinkedIn haben bei mir mehr ausgelöst als ganze Bücher.
Aber: Es ist wichtig, dabei den eigenen Fokus nicht zu verlieren. Die Informationsdichte ist enorm – vor allem im KI- und Tech-Bereich. Man sieht ständig neue Ideen, Tools, Erfolge. Das kann motivierend sein, aber auch ablenken.
Bild: Benjamin Janzen Fotografie