Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat im September 2025 Anklage gegen den Internet-Marketer und Influencer Tai Lopez sowie mehrere Geschäftspartner erhoben. Im Zentrum stehen Vorwürfe, wonach ein 112 Millionen US-Dollar schweres Schneeballsystem betrieben worden sein soll. Die Behörde wirft den Beteiligten vor, Investoren gezielt mit falschen Versprechungen über Renditen und Geschäftsmodelle getäuscht zu haben.
Die aktuelle Anklage markiert nun einen deutlichen Bruch mit diesem Image. Die SEC sieht in den beworbenen Geschäftsmodellen offenbar nicht nur überzogene Versprechen, sondern konkrete Täuschungshandlungen.
Die SEC wirft Lopez und seinen Partnern vor, die tatsächliche Verwendung der Gelder verschleiert und Risiken bewusst heruntergespielt zu haben. Gleichzeitig sollen gezielte Marketingstrategien eingesetzt worden sein, um Vertrauen aufzubauen und weitere Investoren anzuziehen.
Insbesondere die Kombination aus großer Reichweite, persönlicher Markenbildung und schwer überprüfbaren Geschäftsmodellen gilt als risikoreich. Behörden sehen hier die Gefahr, dass Anleger Entscheidungen auf Basis von Vertrauen statt fundierter Informationen treffen.
Gleichzeitig zeigt der Fall, wie stark sich klassische Betrugsmuster in neue digitale Umgebungen verlagern. Während die Mechanik eines Schneeballsystems unverändert bleibt, erfolgt die Ansprache potenzieller Investoren heute zunehmend über soziale Medien und personalisierte Marketingstrategien.
Die weitere Entwicklung des Verfahrens dürfte daher nicht nur für die Beteiligten selbst, sondern für die gesamte Branche von Bedeutung sein.
SK
Bildbeitrag: BigSpeak Speakers Bureau