Es ist absolut verständlich, dass Unternehmer zuerst an ihr Unternehmen denken – schließlich steckt dort ihr Herzblut und oft auch ihr größtes Vermögen. Falsch wird es nur dann, wenn das Unternehmen als alleinige Altersvorsorge betrachtet wird. Branchen wandeln sich, Geschäftsmodelle geraten unter Druck, äußere Einflüsse wie Krisen, politische Eingriffe – und wer dann alles auf eine Karte gesetzt hat, steht im Alter womöglich ohne Absicherung da. Klug ist es, das Unternehmen als Motor des Vermögensaufbaus zu nutzen, parallel aber auch privat breit zu streuen: Immobilien, Wertpapiere, diverse Sachwerte oder eine betriebliche Altersversorgung – nicht über Versicherungslösungen – können weitere wichtige Standbeine sein.
Ja, Unternehmer haben beim Vermögensaufbau deutlich mehr Gestaltungsspielraum als Angestellte. Sie können zum Beispiel über ihr Unternehmen steueroptimiert Rücklagen bilden, betriebliche Altersversorgung für sich und ihre Mitarbeiter einrichten oder Gewinne gezielt in Immobilien und Beteiligungen umleiten. Während Angestellte meist nur aus dem Nettoeinkommen sparen, können Unternehmer aus dem Brutto oder dem Unternehmensgewinn heraus Vermögen aufbauen. Wobei der Vollständigkeit halber erwähnt sein sollte, dass auch Angestellte mit der richtigen Betriebsrente sehr wohl und sinnvoll aus dem Brutto investieren können. Dies eröffnet enorme Chancen – vorausgesetzt, sie nutzen diesen Spielraum bewusst und lassen ihn nicht ungenutzt verstreichen. Entscheidend dabei ist, die richtigen Berater mit ihrem Netzwerk an der Seite zu haben.
Ein typischer Fehler vieler Unternehmer ist, die private und die betriebliche Sphäre nicht klar zu trennen. Wer für Kredite persönlich bürgt oder wichtige Risiken nicht absichert, gefährdet im Ernstfall sein gesamtes Privatvermögen. In der Vergangenheit habe ich häufig erlebt, dass Unternehmer alles ins eigene Unternehmen gesteckt haben – und am Ende trotzdem aufgeben mussten. Die Gründe dafür sind vielfältig: äußere Einflüsse, unternehmerische Fehlentscheidungen oder auch nur ein oder zwei Kunden, die nicht zahlen. Und plötzlich steht der Unternehmer vor dem Nichts.
Häufig wird außerdem versäumt, die passende Rechtsform zu wählen – etwa eine Kapitalgesellschaft, die das Haftungsrisiko begrenzt. Ein weiterer Fehler: alle Mittel im Unternehmen zu belassen und keinerlei private Vermögenswerte aufzubauen. Gerät das Unternehmen dann in Schieflage, ist das gesamte Lebenswerk in Gefahr. Klug ist es, Haftungsrisiken von Beginn an zu berücksichtigen, Rücklagen zu bilden und parallel auch privat zu diversifizieren.
Ja, Unternehmer haben in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) erheblichen Gestaltungsspielraum. Viele kennen jedoch nur die Direktversicherung, die den Markt dominiert. Tatsächlich können Unternehmer frei entscheiden, welches Modell sie ihren Mitarbeitern anbieten – von der klassischen Direktversicherung bis hin zu modernen, versicherungsfreien Lösungen wie der Unterstützungskasse. Wird Letztere richtig umgesetzt, profitieren beide Seiten: Die Mitarbeiter erhalten eine wertvolle Zusatzversorgung mit viel höheren garantierten Leistungen im Vergleich zu normalen Versicherungslösungen, und der Unternehmer steigert nicht nur seine Attraktivität als Arbeitgeber, sondern kann die bAV auch steuerlich und liquiditätsoptimiert gestalten. Wer als Unternehmer die bAV aktiv mitgestaltet, baut damit zugleich für sich selbst ein zusätzliches Standbein der Altersvorsorge auf. Eine durchdachte und optimierte Betriebsrente, im Unternehmen installiert, ist eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Millionär zu werden, ist für Unternehmer kein Luxusziel, sondern eine Notwendigkeit. Viele verbinden damit Luxusuhren, Sportwagen, Villen und andere Statussymbole – doch darum geht es überhaupt nicht. Es geht um Sicherheit, Unabhängigkeit und Verantwortung. Unternehmer tragen nicht nur für ihr eigenes Einkommen Verantwortung, sondern auch für ihre Familie und häufig für Mitarbeiter und deren Familien. Gleichzeitig sind sie besonderen Risiken ausgesetzt: Märkte verändern sich rasant, Geschäftsmodelle geraten unter Druck, Liquidität ist schneller weg als gedacht, Banken versagen Kredite, Haftung kann jederzeit zuschlagen und vieles mehr.
Hinzu kommt: Inflation, steigende Lebenshaltungskosten und eine immer höhere Lebenserwartung sorgen dafür, dass ein Vermögen von ein paar Hunderttausend Euro im Alter schlicht nicht mehr ausreicht. Wer seinen Lebensstandard halten und sich wirklich absichern will, benötigt ein siebenstelliges Vermögen.
Deshalb sage ich: Du kannst es dir nicht leisten, kein Millionär zu werden. Gerade Unternehmer haben die Chance, dieses Ziel zu erreichen – wenn sie ihr Unternehmen als Motor für den Vermögensaufbau richtig nutzen und parallel privat klug diversifizieren. Folglich wird die Million nicht zur Utopie, sondern zur logischen Konsequenz einer verantwortungsvollen Finanzstrategie.