Um das zu nachzuvollziehen, lohnt sich ein doppelter Blick: auf den Einzelnen und auf das System dahinter. Für den einzelnen Kunden zeigt sich die Entmündigung ganz konkret darin, dass er Verträge abschließt, die er weder vollständig versteht noch eigenständig durchschauen kann. Lebensversicherungen sind oft derart komplex formuliert, dass selbst gut informierte Menschen Mühe haben, den vollen Umfang zu erfassen. Das schafft ein klares Macht-Ungleichgewicht: Die Kunden vertrauen auf die Beratung, ohne zu wissen, was genau sie unterschreiben. Wer so weitreichende finanzielle Entscheidungen trifft, ohne den Inhalt zu durchdringen, entscheidet eben nicht wirklich selbst.
Die zweite Perspektive betrifft die Gestaltung der Produkte. Lebensversicherungen, wie auch private Rentenversicherungen, kombinieren die Risikoabsicherung mit dem Vermögensaufbau. Die Kunden denken natürlich, dass sie mit einem Produkt zwei Ziele erreichen.