Wirtschaft ist der stärkste verbindende Faktor unserer globalisierten Welt. Als erfolgreiche Exportnation hat Deutschland seine Außenbeziehungen lange an gemeinsamen Interessen ausgerichtet. In den letzten Jahren wurde Wirtschaft jedoch zunehmend als politisches Instrument genutzt, wir erlebten eine politische Fokussierung auf sogenannte Werte-Partnerschaften, die ein Freund-Feind-Narrativ verstärkten. Diese Strategie wird aktuell neu justiert, wie etwa die Annäherung an die Golfstaaten zeigt. Und nun die Brücke zur Medienwelt. Aufgabe der Medien sollte es sein, diese teils komplexen Um- und Zustände im Wirtschafts- und Finanzbereich vielschichtig abzubilden. Unsere Aufgabe sollte es nicht sein, auf einer bestimmten Seite der Geschichte zu stehen. Doch genau das beobachte ich seit Jahren bei einigen Journalisten. Zu viel Haltung, zu viel einseitiges Framing und die Abbildung eines klassischen Gut-Böse-Narrativs. Wissentlich, dass sich politische Freund- und Feindschaften verändern können und die komplexe Wirklichkeit oft vielschichtiger ist.Vor diesem Hintergrund liegt der große Mehrwert in einer differenzierten und multi-perspektivischen Berichterstattung. Das ist möglich, ohne dabei Schuld und Leid eines Akteurs zu relativieren. Zu oft wird in den Medien ein einziges Narrativ auf die große Bühne gehoben. Dadurch wird die souveräne Meinungsbildung deutlich erschwert.
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