Beim Pitch fängt es schon an: Es werden Mock-ups erstellt, Alleinstellungsmerkmale definiert, Marktpotenziale errechnet – beziehungsweise großzügig geschätzt – und optimistische Prognosen abgegeben. Wer kann, hat ein Proof of Concept und Testimonials vorzuweisen. Wer nicht, darf dank einiger guter Kontakte zumindest überzeugende Interessenbekundungen präsentieren. Natürlich zeigen sich Start-ups auf der Suche nach Investoren von ihrer Schokoladenseite und tun ihr Bestes, um ihre zwangsläufig ebenfalls vorhandenen Makel zu kaschieren. Wer kann schon genau vorhersagen, wie gut sich ein noch mit Investorengeldern zu entwickelndes Produkt langfristig auf dem Markt geben wird? Also rechnen wir mit dem Best-Case-Szenario. Wer kann schon ohne ein Team von gut bezahlten Ingenieuren sichergehen, dass die eigene Technologie das halten wird, was man heute mit vollster Überzeugung verspricht? Also bleibt nur zu hoffen, dass man mit den Skizzen, Berechnungen und Tests, die mit eigenen Mitteln möglich waren, nicht auf dem Holzweg ist.
Beitragsbild: Christian Wellmann