Bernhard, Deutschland und Europa stehen wirtschaftlich vor großen Herausforderungen. Warum braucht es ausgerechnet jetzt eine Plattform wie swipecor?
Bernhard Schindler: Wir erleben gerade eine Situation, in der Unternehmen mehr denn je unter Druck stehen: Kosten steigen, Märkte verändern sich, Fachkräfte fehlen, Digitalisierung und KI verändern ganze Geschäftsmodelle. Aber eines hat sich nicht verändert: Business entsteht zwischen Menschen und Unternehmen. Und genau da sehe ich ein großes Problem. Wir haben unglaublich viele Unternehmen, Kompetenzen, Technologien und Lösungen in Deutschland – aber sie finden nicht immer zueinander. swipecor soll genau das verändern. Gerade für die Industrie wird diese Frage immer wichtiger. Unternehmen müssen neue Kunden finden, Lieferketten stabil halten, geeignete Lieferanten und Partner finden und gleichzeitig neue Technologien integrieren. Oft fehlt dabei nicht die Kompetenz, sondern schlicht die Zeit, die richtigen Unternehmen überhaupt zu finden.
Alexander, was bedeutet das konkret für ein Unternehmen?
Dr. Alexander Chaloupka: Für mich als Unternehmer ist die Frage jeden Tag dieselbe: Wie erreiche ich den richtigen Kunden? Wer kann mein Problem lösen? Welchen Partner brauche ich? Welcher Lieferant könnte mir helfen? Heute verbringe ich dafür unglaublich viel Zeit mit Recherche, Gesprächen und der Suche auf verschiedenen Plattformen. Und gerade in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation können sich Unternehmen diesen Aufwand eigentlich nicht mehr leisten. Wir müssen schneller zu den richtigen Chancen kommen. Genau dabei kann swipecor unterstützen. Das gilt gerade im industriellen Umfeld. Wenn ein Unternehmen beispielsweise eine bestimmte Technologie, einen Zulieferer oder einen Produktionspartner sucht, beginnt heute oft eine lange Recherche. Gleichzeitig gibt es möglicherweise genau das passende Unternehmen bereits – nur wissen beide nichts voneinander. swipecor kann dabei helfen, Angebot und konkreten Bedarf schneller zusammenzubringen.
Was macht swipecor dabei anders?
Dr. Alexander Chaloupka:
Wir bauen nicht einfach noch ein Netzwerk, in dem ich möglichst viele Kontakte sammle. Die entscheidende Frage ist für mich nicht: »Wen kenne ich?«, sondern: »Wen sollte ich jetzt kennen?« swAIper analysiert, was Unternehmen anbieten, was sie suchen und was gerade für sie relevant ist. Dadurch können Zusammenhänge entstehen, die ich selbst vielleicht gar nicht gesehen hätte. Aus Informationen werden relevante Geschäftschancen. Warum ist gerade Deutschland dafür ein wichtiger Markt? Bernhard Schindler: Deutschland hat eine unglaubliche wirtschaftliche Substanz. Wir haben Weltmarktführer, Mittelständler, Hidden Champions, hervorragende Ingenieure, innovative Start-ups und spezialisierte Dienstleister. Aber vieles davon ist noch viel zu stark voneinander getrennt. Ich glaube, wir müssen anfangen, diese Stärke besser miteinander zu verbinden. Nicht mehr jeder gegen jeden. Sondern mehr Unternehmen miteinander.
Alexander, du bist selbst Unternehmer und gleichzeitig Product Owner. Was treibt dich dabei an?
Dr. Alexander Chaloupka: Ich kenne beide Seiten. Ich kenne die Realität eines Unternehmers: Entscheidungen treffen, Kunden gewinnen, Lieferanten finden, neue Märkte erschließen – und gleichzeitig jeden Tag mit begrenzter Zeit arbeiten. Und ich kann diese Anforderungen mit unserem Entwicklungsteam direkt in Technologie übersetzen. Was mich dabei besonders fasziniert, ist die Idee, dass Technologie nicht einfach Arbeit digitalisiert. Sie kann anfangen, unternehmerisch mitzudenken.
Den Text »Wenn KI Kontakte knüpft« und weitere spannende Themen finden Sie in der aktuellen Ausgabe des founders Magazins Nr. 95 -> LINK