In 20 Jahren Führung sah ich oft, wie Menschen verschwinden, während sie noch da sind. Sie nicken, liefern ab – aber der Funke ist weg. Der Auslöser war die Konfrontation mit mir selbst: Auch ich ging innerlich auf Abstand, als meine Rolle nicht mehr mit mir übereinstimmte. Dass der Riss immer innen beginnt, lange bevor er außen sichtbar wird, hat mich nicht mehr losgelassen.
Es ist kein »Quiet Quitting« oder Dienst nach Vorschrift. Das ist Verhalten. Stille Kündigung ist ein Zustand: ein schleichender Entzug von Verbundenheit. Der Mensch ist anwesend, aber seine emotionale Energie hat den Raum verlassen. Er kündigt nicht den Job, sondern die Beziehung – zur Führungskraft, zum Team, zur Aufgabe. Es ist kein Protest, sondern ein stiller Rückzug zum Selbstschutz. Genau diese Stille macht das Phänomen so gefährlich.
Beitragsbild: Christian Fuchs