Warum Jeff Bezos auf Work-Life-Harmony setzt
Beruf und Privates? Bisher standen hier die Zeichen auf Trennung – Work-Life-Balance lautete das Schlagwort. Wer in seinem Beruf produktiv und in seiner Freizeit ausgeglichen sein will, sollte eine strikte Grenze ziehen, so eine weitverbreitete Annahme. Keine beruflichen Telefonate nach Feierabend also, keine privaten Gespräche im Arbeitskontext.
Das Konzept der Work-Life-Balance ist etabliert; seine Wurzeln lassen sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen und es hat durch das steigende Bedürfnis an Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den letzten Jahrzehnten stetig an Bedeutung gewonnen – doch in den vergangenen Jahren befindet sich der Ansatz wieder auf dem Prüfstand. Zur Debatte steht dabei nichts weniger als die Frage, ob sich eine solche Strategie tatsächlich noch mit dem derzeitigen Berufsalltag vereinbaren lässt; schließlich interagieren durch Homeoffice und flexible Arbeitszeiten die Arbeitswelt und das private Umfeld immer deutlicher miteinander.
Ein prominenter Verfechter für das Überdenken des Work-Life-Balance-Konzeptes ist Jeff Bezos – und er wählt klare Worte, um seiner Überzeugung Ausdruck zu verleihen: Work-Life-Balance sei eine »debilitating phrase«, also eine »lahme Phrase«, sagte er bereits im Jahr 2018. Also schon einige Zeit vor der Pandemie, welche die Diskussion um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in Medien und Unternehmen wieder einmal entfachte.
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