Ja, ich spreche bewusst von einer Zeitenwende in der Arbeitswelt. Nicht als rhetorische Zuspitzung, sondern als Beschreibung einer tiefgreifenden Verschiebung. Wir erleben gerade, dass mehrere tektonische Platten gleichzeitig in Bewegung geraten: Künstliche Intelligenz verändert unsere Wertschöpfung radikal, geopolitische Unsicherheit destabilisiert die Märkte, der Fachkräftemangel verschiebt Machtverhältnisse und gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an Arbeit grundlegend.
Diese Gleichzeitigkeit ist neu und überfordert viele Organisationen. Früher folgte Wandel oft einem dominanten Treiber – heute wirken Technologie, Demografie, Wertewandel und Krisenerfahrung im Zeitalter der Polykrisen parallel. Das erzeugt Druck und viele Organisationen reagieren reflexhaft mit regressiven Organisationsmustern: mehr Kontrolle, starrere Prozesse, mehr Komplexität und am besten kommen alle wieder deutlich häufiger ins Büro.
Beitragsbild: Verity Vian